Bezahlbare Wohnungen auf der Morillon-Matte

Chancen nutzen und Köniz klug entwickeln: Diese Möglichkeit bietet sich aktuell in Wabern, auf der Morillon-Matte. Doch statt neue, bezahlbare Wohnungen und öffentlichen Grünraum für alle zu erstellen, sistiert der Gemeinderat die Planung. Für mehr bezahlbaren Wohnraum und lebendige Quartiere braucht es aber eine Vorwärtsstrategie.

Bezahlbar wohnen: Chancen nutzen!

Vor vier Jahren hat die Könizer Stimmbevölkerung mit 56 Prozent «Bezahlbar wohnen in Köniz» angenommen, doch bisher ist wenig geschehen. Dabei gäbe es spannende Möglichkeiten: So müsste die Planung auf dem Morillon-Gut endlich von der Gemeinde in Angriff genommen werden. Auf der grössten Baulandreserve von Köniz könnten dringend benötigte bezahlbare Wohnungen entstehen. Das Gebiet ist bestens erschlossen und grenzt an die Stadt Bern – der perfekte Ort für Verdichtung.

Die Stimmbevölkerung hat denn auch schon in den 90ern Ja zur Entwicklung dieses Gebiets gesagt. Doch der zuständige Gemeinderat Christian Burren hat die Planung sistiert und will zuwarten. Das ist unverständlich: Statt das Geschäft weiter auf die lange Bank zu schieben und zu bremsen sollte es jetzt endlich vorwärts gehen mit bezahlbarem Wohnraum in Köniz. Schliesslich gibt es einen klaren Auftrag der Stimmbevölkerung. Und die Morillon-Matte wäre prädestiniert dafür.

Verbesserungen auch für angrenzende Quartiere

Eine solche Entwicklung, wenn sie klug geplant wird, bringt auch Verbesserungen für angrenzende Quartiere wie den Gurtenbühl, das Zentrum von Wabern oder das Steihölzli-Quartier. Denn es sollen nicht nur Wohnungen, sondern auch öffentliche Räume sowie bezahlbarer Gewerbe- und Kulturraum entstehen. Zudem muss die ÖV-Anbindung mitentwickelt werden. Denn die Stadt Bern plant, das angrenzende Ziegler-Areal zu entwickeln. Eine enge Zusammenarbeit und abgestimmte Planung, gerade auch für die ÖV-Erschliessung, drängt sich auf.

Wohnen ist ein Grundrecht

Alle Menschen müssen wohnen. Und niemand soll überrissene Mieten dafür bezahlen. Heute sind die Kosten für das Wohnen der grösste Posten im Haushaltsbudget. Damit sinkt die Kaufkraft der Bevölkerung und der finanzielle Spielraum, das Leben frei zu gestalten, wird kleiner.

Heute bezahlen wir oft zu viel und geben einen grossen Teil unseres Lohns an renditeorientierte Anbietende ab. Der Immobilienmarkt ist damit der grösste Umverteilungsfaktor von Löhnen zu Immobilienbesitzenden, wie gerade auch die Corona-Krise wieder eindrücklich zeigt. Milliarden von Franken fliessen jährlich zu viel in den Immobilienmarkt, weil renditeorientierte Anbietende überrissene Miete verlangen. Gemeinnützige Anbietende dagegen verzichten auf eine Rendite. Daher soll die Gemeinde aktiv auf den gemeinnützigen Wohnungsbau setzen und damit die Haushalte entlastet.

Trotz Ja der Könizer Bevölkerung zu «bezahlbar Wohnen» ist wenig passiert

Bereits heute stehen der Gemeinde gewichtige Instrumente zur Verfügung, um vorwärts zu machen beim bezahlbaren Wohnraum in Köniz. So hat die Stimmbevölkerung im Februar 2017 mit rund 56 % den neuen Artikel 26a des Baureglements (preisgünstiges Wohnen) angenommen. Dieser muss somit zwingend aktiv und konsequent angewandt werden. Doch in den letzten vier Jahren ist viel zu wenig passiert!

Köniz hat wenig gemeinnützige Wohnungen

Der Anteil an gemeinnützigen Wohnungen hat kaum zugenommen und Köniz liegt mit 2,5% weit hinter vergleichbaren Gemeinden wie Biel, Thun oder Bern. Daher ist es notwendig, eine konkrete Zielvorgabe für den gemeinnützigen Wohnbau zu verankern, damit auch in Köniz Meilensteine gesetzt werde können im gemeinnützigen Wohnungsbau.

Daher habe ich einen entsprechenden Vorstoss eingereicht, welcher den Gemeinderat beauftragt, mit geeigneten Instrumenten den Anteil an gemeinnützigen Wohnungen in Köniz von heute weniger 2,5% bis 2040 auf mindestens 10% zu steigern.

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