Kinderbetreuung geht uns alle an!

Kinderbetreuung sei privat heisst es oft, alle sollen selber schauen. So erlebe ich das immer wieder, sei es im Grossen Rat oder im Könizer Parlament. Dabei ist längst klar, dass wir als ganze Gesellschaft profitieren, wenn wir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die schulergänzende Kinderbetreuung verbessern. Und deshalb müssen wir deutlich mehr in die Kinderbetreuung investieren.

In den letzten Jahren hat sich einiges getan, auch in Köniz: Es gibt mehr Kita-Plätze und es wurden Tagesschulen und Ferienbetreuung eingeführt. Das war ein politischer Kraftakt – aber eben trotzdem nur ein erster Schritt auf dem Weg. Denn was wir brauchen, sind mehr Investitionen, mehr Anerkennung und mehr Zeit für die wichtige Aufgabe der Kinderbetreuung. Die SP setzt sich deshalb für eine echte Elternzeit, für qualitativ gute Kitas und für moderne Ganztagesschulen ein.

Elternzeit – für einen guten Start ins Leben

Die ersten Jahre sind für Kinder prägend. Doch junge Familien werden heute ungenügend unterstützt. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen: Dank der Elternzeit wird die Beziehung zwischen den Eltern und dem Kind in dessen ersten Lebensjahren deutlich gestärkt. Insbesondere Väter erhöhen so ihr Engagement gegenüber dem Kind und übernehmen bei der Betreuung deutlich mehr Verantwortung.

Die zwei Wochen Vaterschaftsurlaub, die Anfang 2021 eingeführt wurden, sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung – aber nur ein Babyschritt. Darum geht die SP jetzt in die Offensive und hat erfolgreich eine Initiative für 24 Wochen kantonale Elternzeit (zusätzlich zur nationalen Mutterschaftsversicherung) gesammelt und eingereicht. Mehr Informationen zur Initiative.

Kitas gehören zur Bildung

Ergänzend zu einer echten Elternzeit braucht es eine qualitativ gute Kinderbetreuung in den Kitas. Die Corona-Krise zeigt, wie wichtig Kitas sind, damit Eltern arbeiten können und die Wirtschaft funktioniert. Heute sind die Arbeitsbedingungen in den Kitas aber ungenügend und die Preise im Vergleich mit anderen Ländern hoch. Der Grund dafür: Bund, Kantone und Gemeinden investieren zu wenig in die Kinderbetreuung und lasten die Kosten den Eltern und den Mitarbeiter*innen auf, die oft wenig verdienen und stark unter Druck sind.

Der VPOD Kanton Bern hat letztes Jahr eine Petition lanciert, die auch von der SP unterstützt wurde. Darin fordern Kita-Mitarbeiter*innen genügend Zeit, genügend Personal, gute Arbeitsbedingungen und mehr öffentliche Gelder. Innert kürzester Zeit kamen mehr als 5000 Unterschriften zusammen. Die SP setzt sich nun dafür ein, dass diese Forderungen in den Parlamenten eine Mehrheit finden.

Mehr zur Petition „Kita ist kein Kinderspiel“: https://vpod.ch/campa/kita-kein-kinderspiel

Ganztagesschulen als Zukunftsmodell

In einem Bereich gehört Köniz zu den Pioniergemeinden: Seit August 2020 gibt es in Wabern dank einer SP Motion von Markus Willi ein Pilotprojekt für Ganztagesschulklassen. Bildung und Betreuung sollen zusammen gedacht und angeboten werden. Das verbessert die Qualität für die Kinder stark. Das Ganztagesschulmodell muss möglichst bald auf andere Schulkreise ausgedehnt werden, damit alle Könizer Kinder Zugang dazu haben.

Gleichzeitig müssen sich aber auch in den Tagesschulen die Arbeitsbedingugen verbessern. Leider ist dies vielen Politiker*innen nach wie vor nicht bewusst. Schlimmer noch: Die Bedingungen sollen verschlechtert werden. Daher hat der VPOD zusammen mit den Verein Berner Tagesschulen (vbt) eine Petition lanciert, um Verbesserungen statt Verschlechterungen zu erreichen.

Mehr zur Petition gibt es hier: Blog Tagesschulen

Für die ganze Gesellschaft

Kinderbetreuung ist wichtig für die Chancengerechtigkeit. Sie ist entscheidend für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und fördert die Erwerbsbeteiligung von Eltern. Damit senkt sie messbar das Risiko von Famlienarmut und erhöht die Steuereinnahmen. Sie ist aber insbesondere wichtig, damit Kinder in Köniz glücklich aufwachsen und einen guten Start ins Leben haben. Und das ist unbezahlbar.

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